„Verspielt, albern und ganz seriös“

„Verspielt, albern und ganz seriös“

Erfolgreicher Abschluss des Heinrich Schütz Musikfests 2026:
Spannende Spurensuche zwischen 17. Jahrhundert und Gegenwart.

Mehr als 4.000 Besucher:innen beim 28. Heinrich Schütz Musikfest.

Quelle: Pressemitteilung Heinrich Schütz Musikfest

Mit dem letzten Konzert von artist in residence THE PRESENT hat am gestrigen Abend in Heinrich Schütz‘ Taufkirche in Bad Köstritz das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2026 seinen festlichen Abschluss gefunden. Etwas mehr als 4.000 Besucher:innen erlebten vom 2. bis 11. Oktober 2026 in Konzerten, musikalischen Lesungen, Ausstellungen, Vorträgen, Gesprächen, Gottesdiensten und Vespern in Bad Köstritz, Gera, Dresden, Weißenfels und Zeitz ein facettenreiches Programm. Zehn Festivaltage mit rund 40 Veranstaltungen unter dem Titel „Spurensuche. Anstoß und Aufbruch“ haben das Publikum in den Schütz-Orten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen begeistert.

Die eigene Begeisterung bei den Musiker:innen beschreibt artist in residence THE PRESENT so:

„… Die Residenz war für uns eine Spielwiese, denn wir konnten uns hier in Mitteldeutschland in vielen Facetten zeigen und mit allem, was uns als Ensemble ausmacht: Musiktheater, Performance, Konzert; zu fünft, zu sechst, zu acht. Verspielt, albern und ganz seriös. (…) Wir haben die Begegnungen mit den vielen engagierten Menschen in Dresden, Bad Köstritz, Zeitz und Weißenfels unheimlich genossen, ganz zu schweigen von der wunderbaren Zusammenarbeit mit der Mitteldeutschen Barockmusik e.V. (…)“

Eine Begeisterung, die sich aufs Publikum übertrug und sich auch in den Bildern zeigt:

Das diesjährige Musikfest folgte den Spuren und der Wirkungsgeschichte des Komponisten Heinrich Schütz (1585–1672) vom frühen 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

MBM-Geschäftsführerin Dr. Beate Agnes Schmidt:

„Das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST macht jedes Jahr hörbar, wie eng die musikalischen Traditionen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens miteinander verbunden sind. So wird der gemeinsame Kulturraum Mitteldeutschland lebendig; Konzerte und vielfältige Vermittlungsangebote holen die Musik des 17. Jahrhunderts ins Hier und Jetzt. Dass das Festival möglich ist, verdanken wir neben unseren Förderern und Partnern auch den vielen engagierten Ehrenamtlichen. Ihnen allen gilt unser ganz besonderer Dank.“

Neu beim Heinrich Schütz Musikfest

Umjubelte Musikfest-Debüts feierten neben artist in residence THE PRESENT u.a. Paper Kite und Thea Soti mit zwei gemeinsamen Live-Sessions im Spannungsfeld zwischen Alter und elektronisch veränderter Musik, der Organist und Silbermann-Preisträger Kilian Homburg mit einer Klangreise von Gabrieli über Schütz und Bach bis Mozart an der Eule-Orgel im Zeitzer Dom und Le Nuove Musiche aus Bratislava mit einer Erkundung von Schütz-Spuren in der Zipser Region.

Eine Spurensuche mit exzellenten Künstler:innen, die über Mitteldeutschland hinaus reichte

Auf Spurensuche ging es auch abseits der Residenzkonzerte. Namhafte und hochkarätige Künstler:innen und Ensembles aus dem In- und Ausland begeisterten in allen Schütz-Orten Mitteldeutschlands ein breit gefächertes Publikum. Minutenlanger Applaus und stehende Ovationen füllten die Kirchen und Säle, wenn die Künstler:innen die von Interimsintendant Gerd Amelung definierten thematischen Säulen des Heinrich Schütz Musikfests 2026 mit Klang und Leben erfüllten. „Spuren“ folgte Schütz als Lehrer und Kollege, „Export“ begleitete seine Musik in die europäische Nachbarschaft. „Renaissance“ spürte der Wiederentdeckung im 19. und 20. Jahrhundert nach und „Experiment“ erkundete, wie Schütz heute weitergedacht wird. Die facettenreichen Konzert- und Veranstaltungsprogramme zeigten Schütz’ Musik nicht als museales Erbe, sondern als lebendigen Kosmos.

Der Thomanerchor Leipzig unter der Leitung von Thomaskantor Andreas Reize gab sein erstes Weißenfels-Gastspiel seit 28 Jahren, der Dresdner Kammerchor umrahmte – geleitet von Hans-Christoph Rademann – die Verleihung des Internationalen Heinrich-Schütz-Preises. Weitere renommierte Ensembles wie die lautten compagney BERLIN oder das Johann Rosenmüller Ensemble bereicherten das Musikfest mit ihren Konzerten.

„Kostbare analoge Momente“

Projektleiterin Hanna Viehöfer-Jürgens:

„Dies war inhaltlich-konzeptionell, aber auch organisatorisch ein besonderes Musikfest. Es führte dieses etablierte und hochgeschätzte Festival, das einen festen Platz im Kalender vieler Barockmusik-Freunde aus Nah und Fern hat, überaus stimmig und erfolgreich fort, dass einmal mehr erwiesen ist: Wo viele Menschen ihr Wissen, ihre Begeisterung und ihre Kraft einsetzen, da entstehen die so kostbaren analogen Momente der Begegnung und Gemeinschaft, die wir in diesen Tagen brauchen.“

Dr. Christina Siegfried mit dem Internationalen Heinrich-Schütz-Preis ausgezeichnet

Der Internationale Heinrich-Schütz-Preis 2026 wurde am 7. Oktober in Dresden an Dr. Christina Siegfried verliehen. Mit der von Anna-Franziska Schwarzbach gestalteten Medaille ehren die Mitteldeutsche Barockmusik e.V. und das Heinrich Schütz Musikfest mit seinen Kooperationspartnern in den Schütz-Orten die ehemalige Musikfest-Intendantin für ihre außerordentlichen Verdienste um die Vermittlung und Verbreitungdes musikalischen Erbes von Heinrich Schütz und seiner Zeit. (wir berichteten)

Die 29. Ausgabe des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTS vom 1. bis 10. Oktober 2027

Im Mittelpunkt steht dann unter dem Arbeitstitel „Die Ordnung der Dinge“ Musik zu festlichen und privaten Anlässen, wie sie auch Heinrich Schütz zahlreich komponierte. Als artist in residence ist das Schweizer Vokalensemble Voces Suaves eingeladen, das bereits im Schütz-Festjahr 2022 beim Themenfestival „Von Leben – Über Leben“ zu Gast war. Das Programm wird Mitte des Jahres 2027 veröffentlicht.

Nach der Berufung von Dr. Beate Agnes Schmidt zur MBM-Geschäftsführerin wurde Projektleiterin Hanna Viehöfer-Jürgens von der der Mitteldeutschen Barockmusik e.V. das Künstlerische Management des Heinrich Schütz Musikfests ab 2027 übertragen. Gemeinsam mit den Partnern in Bad Köstritz, Weißenfels, Zeitz und Dresden schreiben sie im kommenden Jahr die fast dreißigjährige Erfolgsgeschichte des traditionsreichen Festivals fort.