Heinrich Schütz und die Zitronen

Sonderausstellung erzählt vom Wirken Heinrich Schütz‘ in Zeitz

Das Wirken von Heinrich Schütz bei Hofe, damit hatte Herzog Moritz eines jedenfalls nicht getan: mit Zitronen gehandelt. Im Gegenteil, nicht nur musikalisch, auch baulich wirkt Schütz in Zeitz bis heute nach. „Zitronen für Zeitz – Wie Heinrich Schütz die Musik der Residenz prägte“, die Sonderausstellung wurde heute in Rahmen des Heinrich Schütz Musikfestes eröffnet. Dass sie bis in den November 2022 im Museum Schloss Moritzburg zu sehen sein wird hat einen Grund. Es ist das Festjahr „Schütz22 – weil ich lebe“ aus Anlass des 350. Todestages von Heinrich Schütz.

Zur Eröffnung der Ausstellung im Zeitzer Dom trug Kuratorin Carmen Sengewald vor, was es denn nun mit den Zitronen auf sich hat.

„Er (Heinrich Schütz) schenkte ihnen Zitronen. Nicht die süßlich saure Frucht, sondern er machte der Zeitzer Residenz italienische Geschenke, im musikalischen und auch im baulichen Sinne. Im Moment sitzen Sie sogar in einer dieser Zitronen, unseren Dom. Hier ließ er das einbauen, was er in Venedig kennen und lieben gelernt hatte: Polyphonie…in all ihren Varianten, im Gesang und in der Architektur. Schütz durfte den Dom so umgestalten, wie er es für richtig hielt. Er ließ die beiden Emporen einbauen und die Orgel versetzen…“

Dass Schütz bei Hofe auch das Saure der Zitronen zu schmecken bekam und warum, das erfahren BesucherInnen in der Sonderausstellung. Sie ist in die barocken Präsentationen des Museum Schloss Moritzburg integriert. Neben Zeitzeugen geben Erläuterungstafeln Auskunft über Heinrich Schütz‘ Leben und Wirken. Eigens eingespielt wurden Musikstücke des Meisters, die in den Räumen zu erleben sind.

Musikalisch begleitet hatte die Eröffnungszeremonie Laurens de Man an der Euleorgel. Der Preisträger des Silbermann-Orgel-Wettbewerbs 2020 gibt morgen, Sonntag, 17:00 Uhr ein Solokonzert im Dom St. Peter und Paul (Info und Buchung). De Man übrigens war hin und weg, als er im Friedensaal den Blüthnerflügel entdeckte und verzückt von dessen Schönheit und Wohlklang ein paar Stücke spielte. Sehr zum Gefallen der Eröffnungsgäste.

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